Die Rolle des Fragens in Martin Heideggers ‚Sein und Zeit‘: Linguistische Perspektiven
Salvato, Lucia Amelia
2026
Abstract
Fragen spielen eine wegweisende Rolle, sowohl im Alltag als auch in der Philosophie. Im Alltag entfalten sie besondere Bedeutsamkeit vor allem im intersubjektiven Bezug. Als philosophisch wird dagegen eine Frage gekennzeichnet, wenn die Themenstellung weit über die Alltagsgeltung hinaus geht. Der deutsche Philosoph Martin Heidegger (1889–1976) stellt in seinem wegweisenden Hauptwerk Sein und Zeit (1927) zahlreiche, teils unmittelbar aufeinanderfolgende Interrogativsätze, ohne diese jeweils explizit zu beantworten. Er beginnt und beendet sein Werk mit zentralen Fragestellungen, die den Forschungscharakter seines Denkens deutlich werden lassen. Der vorliegende Beitrag zielt darauf ab, eine linguistische Studie über Heideggers ständige Verwendung von Fragestellungen zu liefern. Grundlage der Analyse ist ein digitalisiertes Korpus von 541 Fragesätzen aus Heideggers Hauptwerk, die nach Typus, Vorkommen und Kontext untersucht wurden. Zu einer genaueren Darstellung ihrer illokutionären Funktion in Heideggers Text wird das „QUD-Tree-Framework“ verwendet (De Kuthy et al. 2018; Riester et al. 2018; Hesse et al. 2022), dessen Segmentierung von Textabschnitten eine genauere Hervorhebung des pragmatisch-informativen Charakters von der manchmal auch in längeren Fragekomplexen verwendeten Interrogativsätzen erlaubt.File in questo prodotto:
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