Missaglia, F., Phonetische Aspekte des Erwerbs von Deutsch als Fremdsprache durch italienische Muttersprachler, Hector, Frankfurt am Main 1999:<<Forum Phoneticum 68>>, 206 [http://hdl.handle.net/10807/12568]

Phonetische Aspekte des Erwerbs von Deutsch als Fremdsprache durch italienische Muttersprachler

Missaglia, Federica
1999

Abstract

Seitdem die Aufmerksamkeit für die prosodischen Eigenschaften der Lautsprache ins Zentrum des Forschungsinteresses von Phonetikern und Sprachdidaktikern gerückt ist, ist in der Praxis der gesteuerten Fremdsprachenvermittlung verstärkt die Forderung nach Prosodie-zentrierter Ausspracheschulung gestellt worden. In den gegenwärtig dominierenden Richtungen der Fremdsprachenerwerbsforschung wird außerdem mit Nachdruck betont, daß bei der Betrachtung des Phonetikerwerbs nicht nur phonetische und prosodische Aspekte ausschlaggebend sind, sondern daß auch spezifische – lernpsychologische, kognitive und emotionale – Lernereigenschaften miteinbezogen werden müssen. Primäres Ziel der Arbeit ist es, die Kluft zwischen Theorie, Empirie und Praxis der gesteuerten Fremdsprachenvermittlung im Bereich der Ausspracheschulung zu überbrücken, indem zunächst eine Zustandsbeschreibung des deutsch-italienischen Sprachkontaktes im Hinblick auf spezifische phonetische Aspekte gegeben wird, wobei monolinguale und kontrastive Ausführungen zur deutschen und italienischen Phonetik und Phonologie als Basis für die Darstellung der Ähnlichkeits- und der Kontrastbeziehungen dienen. In einem weiteren Schritt werden didaktische Lösungsvorschläge zur Überwindung der charakteristischen akzentbehafteten deutschen Aussprache italienischer Lerner erarbeitet. Die empirische Basis der Arbeit bilden experimentalphonetische Untersuchungen und die praktische Erfahrung mit norditalienischen Deutschlernern. Auf dieser Grundlage werden konkrete Optimierungsanleitungen für die sprachpädagogische Praxis des DaF-Unterrichts vorgestellt. Im Vordergrund steht ein Prosodie-zentriertes Trainingsprogramm, das den phonetischen und phonologischen Eigenheiten der Erst- und der Zweitsprache wie auch der Interlanguage der untersuchten Versuchspersonen Rechnung trägt. Die Ausgangshypothese des Trainingsprogramms ist, daß Korrektur im prosodischen Bereich zur Korrektur segmentaler Defizite führt. Mit der spezifischen Kenntnis der Ausspracheschwierigkeiten italienischer Deutschlerner ist das Aussprachetraining danach ausgerichtet, die prosodischen Fehler zu korrigieren bzw. – im Anfängerunterricht – überhaupt nicht aufkommen zu lassen. Eine Überprüfung der Hypothesen bezüglich prognostizierbarer Lernschwierigkeiten durch italienische Deutschlerner wird im experimentellen Teil der Arbeit unternommen. Er beinhaltet die zusammenfassende systematische Darstellung der Ergebnisse aller Experimente, die im Rahmen der Untersuchung durchgeführt wurden. Eine vergleichende Untersuchung von Prosodie-zentriertem Aussprachetraining und traditionellem Segment-zentriertem Training zeigt, daß viele phonologische Interferenzen automatisch beseitigt werden. Es läßt sich somit nachweisen, daß Akzentuierung und Intonation eine Steuerungsfunktion über Silben und Einzellaute ausüben. Unterschiedliche, statistisch signifikante Verbesserungsraten auf segmentaler und suprasegmentaler Ebene der zwei untersuchten Trainingsprozeduren favorisieren eindeutig das Prosodie-zentrierte Training. Die positiven Ergebnisse im Hinblick auf das vermittelte Objekt – die fremdsprachliche Phonetik und Prosodie – sowie auf die emotionelle Komponente beim Erwerbsprozeß sprechen entschieden für eine Umkehrung der traditionellen Schwerpunkte im Rahmen der Ausspracheschulung für Fremdsprachenlerner, wobei der Prosodie im Fremdsprachenunterricht eine primäre Rolle zukommt.
1999
Tedesco
Monografia o trattato scientifico
Hector
Missaglia, F., Phonetische Aspekte des Erwerbs von Deutsch als Fremdsprache durch italienische Muttersprachler, Hector, Frankfurt am Main 1999:<<Forum Phoneticum 68>>, 206 [http://hdl.handle.net/10807/12568]
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